09.09.09 | Pläne für das Alter sind für die 76-Jährige Yoko Ono kein Thema, wie sie am Mittwoch in Berlin deutlich machte. "Ich habe keine Zeit, darüber nachzudenken, was in zehn Jahren ist! Ich denke an heute, diese Woche, diesen Monat", sagte Ono. Die gebürtige Japanerin war mit Beatle John Lennon verheiratet, der 1980 ermordet wurde.

In Berlin ist Ono mit einer Installation Teil einer Gruppenausstellung in der Heinrich-Böll-Stiftung mit dem Titel "Nochnichtmehr" (10. September bis 10. Oktober). Darin befassen sich zwölf Künstler mit Blick auf die Finanzkrise mit den "Lehren aus dem wiederholten Systemkollaps", wie es in der Ankündigung heißt. Onos neues Album heißt "Between My Head And The Sky" und erscheint am 25. September. Darauf ist ein wilder Mix aus Elektro, Rock, Jazziges, ein Hauch Punk und japanische Klänge zu hören, dazu Onos oft experimenteller Gesang.

Etwas später am Abend feiert der ARD-Film "Jenseits der Mauer" im ARD-Hauptstadtstudio Premiere. Zum 20. Jahrestag der Maueröffnung widmet sich der öffentlich-rechtliche Sender mit dem Film (Ausstrahlung 30. September, 20.15 Uhr, WDR/MDR) einem der brutalsten Kapitel deutsch-deutscher Geschichte: der Zwangsadoption. Unter den Gästen war auch Schauspielerin Katja Flint. Sie spielt Heike Molitor, die mit ihrem Mann Ulrich im April 1974 am Grenzübergang Helmstedt/Marienborn in den Westen flieht - und ihre Tochter zurücklassen muss. Auch wenn sie nie direkt mit derartigen Fällen zu tun gehabt habe, fühlte sie sich an das Schicksal ihres Vaters erinnert. "Er hatte schon 1953 "Republikflucht" begangen - allerdings damals noch ganz ohne Probleme mit der S-Bahn. Von seiner Familie in Schwerin lebte er aber fortan getrennt."

Unter den gespannten Gästen: Franz Dinda, Edgar Selge, Herbert Knaup, Hans-Dietrich Genscher, Ulrike Krumbiegel, Henriette Confurius, Wolf Gremm, Regina Ziegler, Rainer Eppelmann, Franziska Walser & Volker Herres.

Fotos: sk, Star Press