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29. August 2018
"Alles was Zählt"-Star Maike Johanna Reuter outet sich!


Im Interview mit ihrem Sender spricht die Schauspielerin der RTL-Serie „Alles was zählt“ über ihr Outing, was ihr an Frauen oder Männern besser gefällt und warum sie den Begriff „bisexuell“ nicht mag.

Du hast in Deinem Podcast erstmals öffentlich darüber gesprochen, dass du Männer und Frauen magst -- wie war das für dich?

Natürlich ist es jedes Mal ein kleines Outing, wenn man jemandem davon erzählt. Da ich aus dem Thema aber nie ein Geheimnis gemacht habe, fiel es mir nicht schwer, davon zu erzählen. Außerdem haben Ricarda (mit der ich „Busenfreundin – der Podcast“ ins Leben gerufen habe) und ich den Podcast ja nicht gemacht, um uns zu outen. Das war eben eine logische Folge davon, dass wir über das Thema „Frauen lieben Frauen“ sprechen.

Welche Reaktionen hast du nach dem Podcast bekommen – von Fans, Kollegen und Freunden?

Meine Kollegen und Freunde wussten alle schon länger Bescheid. Und die Reaktionen der Fans waren durchweg positiv. Ich möchte einfach darauf aufmerksam machen, dass es egal sein sollte, zu welchem Geschlecht man sich hingezogen fühlt und dass es da kein „normal“ und „unnormal“ gibt.

Bist du schon mal wegen deiner Bisexualität angefeindet worden?

Ich habe in meinem Leben schon öfter Homophobie mitbekommen, sowohl an mich als auch an Freunde gerichtet. Die Leute sind oft überrascht, wenn sie davon erfahren, weil sie glauben, dass es – gerade in Großstädten – so etwas in Deutschland gar nicht mehr gibt. Aber Homophobie existiert leider immer noch, egal ob in der Stadt oder auf dem Land.

Wann hast du es deiner Familie und deinen Freunden erzählt– und wie haben sie reagiert?

Es gab nie ein richtiges „Outing“ - meine Freunde und Familie wussten irgendwie schon immer Bescheid. Negative Reaktionen kamen da überhaupt nicht. Die allerbeste Reaktion kam vor ein paar Jahren von meiner Cousine. Sie sagte einfach nur „aha“. Mehr nicht. Sie hat mir damit so wunderbar signalisiert, wie egal es ist, welches Geschlecht man mag.

Was gefällt dir an Frauen, was an Männern besser?

Schwierige Frage. Das ist wie Katzen und Hunde zu vergleichen. Das sind nun mal verschiedene Wesen, die sich auch nicht alle über einen Kamm scheren lassen. Zum Glück.

Warum magst du das Wort „bisexuell“ nicht?

Ich lasse mich nicht gern in Schubladen stecken. Und mit der Bezeichnung „bisexuell“ befinde ich mich plötzlich in eben so einer. Ich glaube, man kann nie richtig ausschließen, in wen man sich mal verliebt – ganz unabhängig davon, wie die bisherigen Beziehungen aussahen.

Wie kam es zur Gründung des Podcasts?

Ricarda hat mich im Frühjahr über Instagram angeschrieben und wollte mich eigentlich nur als Gast für eine Sendung haben. Irgendwie waren wir aber beide so begeistert von der Idee des Podcasts und haben uns so gut verstanden, dass wir beschlossen haben, ihn gemeinsam zu starten. Nachzuhören ist das ganze bei Itunes, Spotify und Soundcloud als „Busenfreundin - der Podcast“.

Würdest du gerne auch mal vor der Kamera eine Rolle spielen, die auf Männer und Frauen steht?

Ich freue mich über jede Rolle, die spannend klingt und mich fordert.

Wer küsst besser – Frauen oder Männer?

Ach, Küssen ist doch immer wunderschön, oder?

Pauline in einer Dreiecksbeziehung mit Damian und Isabelle – wie wäre das?

Chaotisch.

„alles, Foto: RTL